Discussion:
wer weiss eigentlich was unser Exportdruck fuer die anderen bedeutet?
(zu alt für eine Antwort)
_***@arcor.de
2005-09-14 13:04:31 UTC
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Alles was bei uns hergestellt und exportiert wird, kann ja dann dort
vor Ort nicht mehr produziert werden.
Der Exportweltmeister produziert also nachweilsich die meisten
Arbeitslose nur nicht bei sich - im Ausland versteht sich!

Vertauschte Seiten?
Textilexportweltmeister China.
Wie wirkt sich das auf die heimischze deutsche Textilindustrie aus?
Na also, verstanden - nicht wahr?

Daß diejenigen, denen wir selbst mit landwirtschaftlich produzierten
Produkten das Leben schwer machen dann in Melilla uebern Zaun klettern
und sodann ihren Job bei uns weitermachen wollen - wieso denkt
eigentlich keiner zu ende die Sache?
Was passiert denn mit den Exportueberschuessen?
Wo geht diese Kaufkraft hin?
AUfs Konto etwa?

SInd das die Finanzmittel, mit denen dann die Hedgefonds unsere
funktionierenden Firmen (Grohe, Agfa) aufkaufen und mit
Arbeitsplatzabbau filettieren?

An der Boerse muss jeder Handelstag (Ankauf/Verkauf) ausgegleichen sein
- wieso eigentlich nicht (denn dort machts ja auch Sinn) im
Internationalen Handel?
Durch die Exportueberschuesse produzieren wir ja auch gleichzeitigen
Kaufkraftverlust beim Importeur, oder druckt der (FED) das Geld einfach
wieder neu?
mfg_freeloader
Werner Baumschlager
2005-09-14 14:11:55 UTC
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Post by _***@arcor.de
Alles was bei uns hergestellt und exportiert wird, kann ja
dann dort vor Ort nicht mehr produziert werden.
Wenn es dort nicht produziert werden KANN, dann ists ja
gut, dass es in Deutschland gekauft werden kann.

Maschinen für China z.B., damit kommen die Chinesen
wirtschaftlich auf die Beine. Win-Win.
Post by _***@arcor.de
Der Exportweltmeister produziert also nachweilsich die meisten
Arbeitslose nur nicht bei sich - im Ausland versteht sich!
Nein, wieso? Eine von Deutschland nach China gelieferte
Anlage SCHAFFT in China Arbeitsplätze.
Post by _***@arcor.de
Vertauschte Seiten?
Textilexportweltmeister China.
Wie wirkt sich das auf die heimischze deutsche Textilindustrie aus?
Na also, verstanden - nicht wahr?
Wie wirkt es sich auf die GESAMTE deutsche Wirtschaft aus? Na?
Richtig, die Chinesen kaufen mit den TShirt-Euros in Deutschland
wieder Produkte ein. Ganz schön komplex, was?
Post by _***@arcor.de
Was passiert denn mit den Exportueberschuessen?
Wo geht diese Kaufkraft hin?
Vergiss den Begriff Kaufkraft, der verklebt nur das Denken.
Es handelt sich schlicht um Forderungen gegen das Ausland.
Post by _***@arcor.de
AUfs Konto etwa?
Auch. Es entstehen alle Arten von Guthaben gegen das Ausland.
Ausländisches Geld, ausländische Aktien, ausländische Anleihen,
an Ausländer vergebene Kredite, Eigentum im Ausland....
Post by _***@arcor.de
SInd das die Finanzmittel, mit denen dann die Hedgefonds unsere
funktionierenden Firmen (Grohe, Agfa) aufkaufen und mit
Arbeitsplatzabbau filettieren?
Es ist genau umgekehrt. Die Exporte füllen UNSERE "Kriegskassen".
Das Geld der anderen fliesst ja ZU uns und WIR können damit dann
auf deren Territorium wüten.
Post by _***@arcor.de
An der Boerse muss jeder Handelstag (Ankauf/Verkauf) ausgegleichen sein
- wieso eigentlich nicht (denn dort machts ja auch Sinn) im
Internationalen Handel?
Ausgeglichen wird da und dort mit Geld.
Post by _***@arcor.de
Durch die Exportueberschuesse produzieren wir ja auch gleichzeitigen
Kaufkraftverlust beim Importeur,
Nein. Die "Kaufkraft" eines Dollars geht ja nicht verloren, wenn
er die USA verlässt.
Post by _***@arcor.de
oder druckt der (FED) das Geld einfach wieder neu?
Wenn zuwenig da ist, ja. Aber das ist ein Thema für sich.
Dieter Kiel
2005-09-14 18:40:29 UTC
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Post by _***@arcor.de
Alles was bei uns hergestellt und exportiert wird, kann ja dann dort
vor Ort nicht mehr produziert werden.
Der Exportweltmeister produziert also nachweilsich die meisten
Arbeitslose nur nicht bei sich - im Ausland versteht sich!
Es kann auch dann dort nicht produziert werden, wenn das andere Land
nicht die Ressourcen hat, es zu produzieren.
Post by _***@arcor.de
Vertauschte Seiten?
Textilexportweltmeister China.
Wie wirkt sich das auf die heimischze deutsche Textilindustrie aus?
Na also, verstanden - nicht wahr?
China hat einen hohen Exportüberschuss und wäre denn Deiner Theorie
folgend verantwortlich für die Arbeitslosen in der Textilindustrie
anderer Länder. Um das abzuwenden, gibt es seitens der EU als auch der
USA Einfuhrquoten.
Post by _***@arcor.de
Daß diejenigen, denen wir selbst mit landwirtschaftlich produzierten
Produkten das Leben schwer machen dann in Melilla uebern Zaun klettern
und sodann ihren Job bei uns weitermachen wollen - wieso denkt
eigentlich keiner zu ende die Sache?
Das ist schon häufig kritisiert worden. Durch die hohen Subventionen im
Agrarbereich sind Produkte aus Entwicklungsländern nicht mehr
konkurrenzfähig.
Post by _***@arcor.de
Was passiert denn mit den Exportueberschuessen?
Wo geht diese Kaufkraft hin?
AUfs Konto etwa?
Einen Teil kassiert der Staat, ein anderer Teil geht für die relativ
hohen Kosten/Arbeitsstunde drauf.
Post by _***@arcor.de
SInd das die Finanzmittel, mit denen dann die Hedgefonds unsere
funktionierenden Firmen (Grohe, Agfa) aufkaufen und mit
Arbeitsplatzabbau filettieren?
Sehr unwahrscheinlich, denn diese Fonds sitzen of in USA, einem Land,
daß mehr importiert als exportiert. Die Hedgefonds ziehen Geld aus den
Firmen, die sie zerlegen, heraus.
Post by _***@arcor.de
An der Boerse muss jeder Handelstag (Ankauf/Verkauf) ausgegleichen sein
- wieso eigentlich nicht (denn dort machts ja auch Sinn) im
Internationalen Handel?
Das ließ sich früher machen, als an den Grenzen Zoll bezahl werden
musste.
Post by _***@arcor.de
Durch die Exportueberschuesse produzieren wir ja auch gleichzeitigen
Kaufkraftverlust beim Importeur, oder druckt der (FED) das Geld einfach
wieder neu?
Die USA finanzieren ihren Wohlstand zum Teil über Schulden, und bei den
Chinesen wächst der $-Bestand.
_***@arcor.de
2005-09-14 19:50:37 UTC
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Post by Dieter Kiel
China hat einen hohen Exportüberschuss und wäre denn Deiner Theorie
folgend verantwortlich für die Arbeitslosen in der Textilindustrie
anderer Länder. Um das abzuwenden, gibt es seitens der EU als auch der
USA Einfuhrquoten.
___________________________

da hast Du´s! Darauf wollte ich hinaus!
Ungehinderter Export wird mit Protektionismus des Importlandes
beantwortet.
Und wer sich nicht , sprich seine eigene Wirtschaft nicht schuetzt,
wird kaputtexportiert.
Ueber die weiter oben agesprochenen Gueter, die im Importland
Mangelware sind sprechen wir nicht, das sind eh Ausnahmen, die Regel
ist, daß man konkurriert, einmal gg. Hersteller im Importland und auch
gg. Hersteller in Drittlaendern (vgl. Schiffbau gg. Suedkorea)

Bei der Opec, das sind ja auch Exportlaender rein aufs Oel focussiert,
spricht man sich ab, auch im Preis, und verhindert dadurch, daß z.B.
Saudi Arabien durch massiven Oelexportdruck, die Oelgeschaefte Nigerias
scheitern laesst.

Das Kartell verhindert also, daß die negativen Auswirkungen in den
Laendern die nicht Rohoelexportweltmeister sind, sich derart
darstellen, wie es meinentwegen im Konkurrenzkampf um Kaffee erkannbar
ist.

Ich faende es ueberlegenswert, grad im Sinne des Schutzes der
einheimischen Textilindustrie, oder zum Schutz der lateinamerikanischen
Milchwirtschaft, ueber Kartelle, so wie es die Opec vormacht,
nachzudenken.

Wenn jetzt jemand sagt, aber der hohe Preis bei Kartellen, dem moechte
ich entgegnen daß auch hier die Opec wieder dasGegenteil ebweist, der
Preis ist derart niedrig daß sich Finanzminister aller Herren Laender
sich nicht scheuen, auf den erkennbar viel zu geringen Preis (demnach
ist das Angebot immer noch viel hoeher als die Nachfrage) noch eine
Steuer draufzulegen, inclusive dieser, sich der tatsaechlich erzielbare
Marktpreis fuer den Energietraeger ergibt.

Weitergadacht.

Wuerde ein Kartell, so wie bei Oel, auch fuer Bademaentel (oder, oder,
oder) eine Obergrenze der pro Jahr zu verkaufenden Stueckzahlen
festlegen, wer sagt denn, daß nicht jedes Land in gleicher Form, wie
die Oellaender vom Oel partizipieren kann?

Lass doch das Auto dadurch 50% teurer werden, wenn ich fuer meine
Arbeit kartellbedingt auch 50% mehr Lohn bekomme, kann ich´s
womoeglich schneller kaufen als Heute, oder stelle mich, wie die
Oelpartizipienten in die Reihe der Luxuskarossenkaeufer.

Wenn es dann reicht, daß ich kartellbedingt
vom Verkauf von nur 50% der Menge der derzeit von mir produzierten
Gueter leben kann, geben ich meinem globalen Konkurrenten auch die
Chance weiterleben zu koennen (Leben und Leben lassen)

Und wenn dadurch der Nigerianer von seiner Milch leben kann, kommt er
nicht nur nach Melilla, er hat durch seine eigene Haende Arbeit
womoeglich soviel Geld auch mal mehr als nur Grundnahrungsmittel fuer
seine Familie zu kaufen.

Denn bislang zerstoere ich durch meinen Exportdruck (fuer AUstauschbare
Produkte) seine Existenzgrundlage und zwinge ihn, das Risiko auf sich
zu nehmen uebers Mittelmeer nach Europa zu kommen.

Ich selbst produziere durch den unbedachten Exportdruck
Wirtschaftsfluechtlinge und zwar unmittelbar!

Also ich behaupte nicht, daß freie Marktwirtschaft (ausufernd:
Globalisierung) nicht funktioniert, aber ich nehme die Kehrseiten
nicht akzeptierend zur Kenntnis.

Denn, im Zuge der fortschreitenden Automatisierung, bauen die Roborter
kuenftig die Autos, von der Metallerzgrube bis in den Verkaufssalon
ganz alleine, dann sind wir selbst die Wirtschaftsfluechtlinge, und in
Ostdeutschland, wo Arbeitsplaetze z.B. nach Schweden etc. vermittelt
werden, sind wir´s heute schon.

Und warum? siehe oben!

Noch ein Gedanke.

Denn so schoen es fuer denjenigen, der den gesamten Markt bedient ist,
er verdient nicht genug Geld, um die durch ihn freigesetzten
Mitbewerber ueber Sozialkassen mit durchzufuettern, schafft er´s zum
Monopol (s. Energieversorger) gehts vielleicht, aber sind die Preise
die unter Monopolbedingungen erzielbar sind, nicht die gleichen wie die
eines Kartells? (vgl. nochmal Opec)

Letzter Satz:
ohne die Opec, waeren die betroffen Oel- Laender, und auch die
Nichtmitlieder, wohl genauso arm wie die Kaffeeproduzenten,
Zuckerrohranbauer, oder Bananenrepubliken

Was spricht ersthaft dagegen?
mfg_freeloader
Dieter Kiel
2005-09-14 21:01:58 UTC
Permalink
Post by _***@arcor.de
da hast Du´s! Darauf wollte ich hinaus!
Ungehinderter Export wird mit Protektionismus des Importlandes
beantwortet.
Und wer sich nicht , sprich seine eigene Wirtschaft nicht schuetzt,
wird kaputtexportiert.
Ja, Einfuhrquoten sowie Subventionen sind Instrumente, eigene Betriebe
zu schützen.
Post by _***@arcor.de
Ueber die weiter oben agesprochenen Gueter, die im Importland
Mangelware sind sprechen wir nicht, das sind eh Ausnahmen, die Regel
ist, daß man konkurriert, einmal gg. Hersteller im Importland und auch
gg. Hersteller in Drittlaendern (vgl. Schiffbau gg. Suedkorea)
Einige Industrien sind in Deutschland aufgrund der Konkurrenz
verschwunden. Hierzu gehört die die optische Industrie und die Radio-
und Fernsehtechnik. Auch der Schiffbau ist stark geschrumpft. Die
Autoindustrie ist schwer am kämpfen. Der deutsche Maschinenbau ist
meines Wissens immer noch stark und die europäische Luftfahrtindustrie
ist erstaunlich erstarkt. Um unseren Lebensstandard zu halten, müßten
neue Industrien entstehen wenn alte wegfallen.
Post by _***@arcor.de
Bei der Opec, das sind ja auch Exportlaender rein aufs Oel focussiert,
spricht man sich ab, auch im Preis, und verhindert dadurch, daß z.B.
Saudi Arabien durch massiven Oelexportdruck, die Oelgeschaefte Nigerias
scheitern laesst.
Beim Öl gibt es deshalb keine richtigen Marktpreise, wahrscheinlich
aufgrund von politischem Druck.
Post by _***@arcor.de
Das Kartell verhindert also, daß die negativen Auswirkungen in den
Laendern die nicht Rohoelexportweltmeister sind, sich derart
darstellen, wie es meinentwegen im Konkurrenzkampf um Kaffee erkannbar
ist.
Richtig.
Post by _***@arcor.de
Ich faende es ueberlegenswert, grad im Sinne des Schutzes der
einheimischen Textilindustrie, oder zum Schutz der lateinamerikanischen
Milchwirtschaft, ueber Kartelle, so wie es die Opec vormacht,
nachzudenken.
Ja, aber die Industrieländer haben das sagen. Die Opec Länder verdienen
ihr Geld im Schlaf, nicht die Kaffee exportierenden Länder.
Post by _***@arcor.de
Wenn jetzt jemand sagt, aber der hohe Preis bei Kartellen, dem moechte
ich entgegnen daß auch hier die Opec wieder dasGegenteil ebweist, der
Preis ist derart niedrig daß sich Finanzminister aller Herren Laender
sich nicht scheuen, auf den erkennbar viel zu geringen Preis (demnach
ist das Angebot immer noch viel hoeher als die Nachfrage) noch eine
Steuer draufzulegen, inclusive dieser, sich der tatsaechlich erzielbare
Marktpreis fuer den Energietraeger ergibt.
Weitergadacht.
Wuerde ein Kartell, so wie bei Oel, auch fuer Bademaentel (oder, oder,
oder) eine Obergrenze der pro Jahr zu verkaufenden Stueckzahlen
festlegen, wer sagt denn, daß nicht jedes Land in gleicher Form, wie
die Oellaender vom Oel partizipieren kann?
Lass doch das Auto dadurch 50% teurer werden, wenn ich fuer meine
Arbeit kartellbedingt auch 50% mehr Lohn bekomme, kann ich´s
womoeglich schneller kaufen als Heute, oder stelle mich, wie die
Oelpartizipienten in die Reihe der Luxuskarossenkaeufer.
Wenn es dann reicht, daß ich kartellbedingt
vom Verkauf von nur 50% der Menge der derzeit von mir produzierten
Gueter leben kann, geben ich meinem globalen Konkurrenten auch die
Chance weiterleben zu koennen (Leben und Leben lassen)
Überleg mal, wie das durchgesetzt werden kann. Die Weltwirtschaftsbank
versucht da, ausgleichend einzuwirken, mit mehr oder weniger gutem
Erfolg.
Post by _***@arcor.de
Und wenn dadurch der Nigerianer von seiner Milch leben kann, kommt er
nicht nur nach Melilla, er hat durch seine eigene Haende Arbeit
womoeglich soviel Geld auch mal mehr als nur Grundnahrungsmittel fuer
seine Familie zu kaufen.
Denn bislang zerstoere ich durch meinen Exportdruck (fuer AUstauschbare
Produkte) seine Existenzgrundlage und zwinge ihn, das Risiko auf sich
zu nehmen uebers Mittelmeer nach Europa zu kommen.
Ich selbst produziere durch den unbedachten Exportdruck
Wirtschaftsfluechtlinge und zwar unmittelbar!
Globalisierung) nicht funktioniert, aber ich nehme die Kehrseiten
nicht akzeptierend zur Kenntnis.
Die Globalisierung kennt Gewinner und Verlierer. Die gibt es inzwischen
auch bei uns.
Post by _***@arcor.de
Denn, im Zuge der fortschreitenden Automatisierung, bauen die Roborter
kuenftig die Autos, von der Metallerzgrube bis in den Verkaufssalon
ganz alleine, dann sind wir selbst die Wirtschaftsfluechtlinge, und in
Ostdeutschland, wo Arbeitsplaetze z.B. nach Schweden etc. vermittelt
werden, sind wir´s heute schon.
Und warum? siehe oben!
Die Automatisierung alleine macht es nicht. Stell Dir vor, wir würden
vollautomatisch Trabbis produziernen. Die wären kaum zu verkaufen.
Es werden immer noch gut qualifiziertes Personal für Entwicklung und
Produktion gebraucht. Außerdem gibt es den meist arbeitsintensiven
Dienstleistungssektor.
Auch die Infrastruktur und die politischen Rahmenbedingungen, wie man so
schön sagt, sind von Bedeutung.
Post by _***@arcor.de
Noch ein Gedanke.
Denn so schoen es fuer denjenigen, der den gesamten Markt bedient ist,
er verdient nicht genug Geld, um die durch ihn freigesetzten
Mitbewerber ueber Sozialkassen mit durchzufuettern, schafft er´s zum
Monopol (s. Energieversorger) gehts vielleicht, aber sind die Preise
die unter Monopolbedingungen erzielbar sind, nicht die gleichen wie die
eines Kartells? (vgl. nochmal Opec)
Die Opec ist m.E. ein Sonderfall. Für die Kartelle bei uns haben wir das
Kartellamt bzw. neuerdings für Energie eine Regulierungsbehörde, früher
RegTp für Fernmeldetechnik.
Post by _***@arcor.de
ohne die Opec, waeren die betroffen Oel- Laender, und auch die
Nichtmitlieder, wohl genauso arm wie die Kaffeeproduzenten,
Zuckerrohranbauer, oder Bananenrepubliken
Was spricht ersthaft dagegen?
Nichts, da gäb es sonst nur Sand und Kamele.
_***@arcor.de
2005-09-15 07:56:49 UTC
Permalink
also, die Opec beweist, daß Kartelle WIN/WIN Situationen entstehen
lassen. Ich rege an fuer jeden erdenklichen Handel statt freier
Marktwirtschaft Kartelle das sagen haben zu lassen, mehr Geld fuer alle
bei viel weniger und dabei auch noch gerecht aufgeteilter Arbeit fuer
alle!
Gehts uns denn allen Erstes wirklich gut als Exportweltmeister?
Das kann ich allen Ernstes angesichts des Hartz Sozialabbaus nicht
erkennen!
Wir alle (also nicht nur die Afrikaner auch wir hier!) waren in den
70er ohne diese "Auszeichnung" besser dran!
Helmut Blass
2005-09-15 09:17:15 UTC
Permalink
Post by _***@arcor.de
Wir alle (also nicht nur die Afrikaner auch wir hier!) waren in den
70er ohne diese "Auszeichnung" besser dran!
Nur haste übersehen, daß dieses *besser dran sein* auf Pump finanziert war.
jetzt dürfen alle kräftig Steuern zahlen, um die Zinsen aufzubringen.
Und die linken Deppen wollen diese Schuldenpolitik weiterführen.
Na dann prost Mahlzeit.....

HB
--
..wir finden im menschlichen Herzen auch einen verderbten Gleichheitstrieb,
der bewirkt, daß die Schwachen die Starken zu sich herunterziehen wollen und daß
die Menschen die Gleichheit in der Knechtschaft der Ungleichheit in der Freiheit
vorziehen.

Alexis de Tocqueville
_***@arcor.de
2005-09-15 14:37:02 UTC
Permalink
Post by Helmut Blass
Nur haste übersehen, daß dieses *besser dran sein* auf Pump finanziert war.
________________________

das Volk haette ja auch die anderen waehlen koennen die ihr Konzept
ohne "Pump" vorstelten, letztendlich ist es vom Waehler so gewollt
gesesen, denen ihr Vertrauen zu schenken, die die Verschuldung wollten.
Und ohne die Verschuldung, woraus sich ja Wirtschaftsimpulse ergaben
haben, waere das Wirtschaftsvolumen seierzeit auch nicht derart
gewachsen, dann haette dieses vielleicht heute noch potential oder
waere schon laengst vom AUsland uebernommen worden jetzt stoessts
demgegenueber an die Decke
(Nur Zwerge koennen wachsen)
Wenn ein Baum, der schon der groesste im Wald ist nur dann ueberleben
kann (angeblich) wenn er noch weiter waechst (CDU Jargon) dann ist es
eher wahrscheinlich daß er durch den erneuten Wachtumsversuch (Soziale
Verelendung HartzIV) umkippt (Revolution).
Wachstum bedeutet Revolution, weils sie von den Sozialkassen (Rente ALG
Kranken) gezahlt wird. Die Beschneidung dieser soz. Errungenschaften
allein war der Grund daß Deutschland auch letztes Jahr (in Euro) das
groesste Wirtschaftswachstum weltweit hatte! Ja so ist es! Gesagt hast
nur keiner. Deutschladn lag vor China und vor den USA in absoluten
Zahlen. DIese hatte zwar nominal hoerere Prozentzahlen aber die bezogen
sich auf Dollar dr gg. Euro im Gleichen Zeitraum 10% an Wert verlor -
sprich bei 100 Mio Dollar 10% Wachstum waere in Euro umgerechnet
Stagnation!
Ich habs mal genau ausgerechnet, wenns einen interessiert...
mfg_freeloader
Helmut Blass
2005-09-16 08:10:54 UTC
Permalink
Post by _***@arcor.de
Nur haste =FCbersehen, da=DF dieses *besser dran sein* auf Pump finanziert=
war.
________________________
Und ohne die Verschuldung, woraus sich ja Wirtschaftsimpulse ergaben
haben, waere das Wirtschaftsvolumen seierzeit auch nicht derart
gewachsen,
Irrtum. In dem Masse, wie die Verschuldung angestiegen ist, ist auch die
Arbeitslosigkeit angestiegen.
Im Übrigen trägt die Staatsverschuldung massiv zur Umverteilung von unten nach
oben bei.
http://www.staatsverschuldung-schuldenfalle.de/

HB
--
..wir finden im menschlichen Herzen auch einen verderbten Gleichheitstrieb,
der bewirkt, daß die Schwachen die Starken zu sich herunterziehen wollen und daß
die Menschen die Gleichheit in der Knechtschaft der Ungleichheit in der Freiheit
vorziehen.

Alexis de Tocqueville
Franz Glaser
2005-09-15 09:49:04 UTC
Permalink
Post by _***@arcor.de
Wir alle (also nicht nur die Afrikaner auch wir hier!) waren in den
70er ohne diese "Auszeichnung" besser dran!
Du argumentierst wie ein gstudierter Volkswirtschaftler, von der
Hand in den Mund ohne Beachten der Vorgeschichte.

Dazulernen iss nix.
--
Jeder schließt von sich auf andere und berücksichtigt nicht,
daß es auch anständige Menschen gibt.
[Heinrich Zille]
_***@arcor.de
2005-09-15 15:05:57 UTC
Permalink
Post by Franz Glaser
Dazulernen iss nix.
____________________
Ganz im Gegenteil!
Gibt mir Deine Argumente - ich lerne!
mfg_freelaoder

PS
alsi ich 1989 das kapitalistische System eroberte kam mir zu allererst
ein Gedanke:
Bislang war es so, daß ich mir etwas zusammensparen musste, um mir
sodann von meinem Ersparten was zu kaufen.
Sei es Moebel Auto TV Immobilie.
Die Kaufkraft und damit die Wirtschaft lebte durchaus von dem, was der
Privatman nachfragte.

Jetzt kam also die Kreditvariante, die den Vorgang KAUF aifach
vorverlegte:
Der Fernseher das Haus, das Sofa wurde also nicht erst gekauft, wenn
das Geld dafuer zusammengekratzt worden war (in 10-20 jahren) nein der
Wechsel der Eigentumsverhaeltisse fand sofort schon heute statt.

Und derjenige, der der Kaeufer war, musste die naechsten Jahre damit
verbringen, das was er sich bereits leistete noch abzustottern.

Dieser Kunde war fuer die naechsten Jahre fuer den markt praktisch bis
auf Verbrauchsgueter wie Textilien und Lebensmittel nicht existent.

Und nicht nurn das, er war sogar durch die neu enstandene Zinsbalastung
(ein haus kostet heute 60% Zinsen ein Sofa bei entsprechender Laufzeit
ebenfalls nur daß man mal ueber die Zahl gesprochen hat - das ist der
besagte Wucher, wie er in der Bibel steht und verachtet wird)

http://www.bibel-online.net/buch/02.2-mose/22.html#22,24
http://www.bibel-online.net/buch/03.3-mose/25.html#25,36
http://www.bibel-online.net/buch/03.3-mose/25.html#25,37
http://www.bibel-online.net/buch/05.5-mose/23.html#23,20

auf Zinsen gibt und einen Aufschlag nimmt - sollte der am Leben
bleiben? Er soll nicht leben, sondern weil er alle diese Greuel getan
hat, soll er des Todes sterben; seine Blutschuld komme über ihn.
(irgenwie schon mal gehoert?)
http://www.bibel-online.net/buch/26.hesekiel/18.html#18,13

geht noch weiter liebe Christen:

Wenn der dann aber einen Sohn zeugt, der alle diese Sünden sieht, die
sein Vater tut - wenn er sie sieht und doch nicht so handelt, 15nicht
von den Höhenopfern ißt, seine Augen nicht aufhebt zu den Götzen des
Hauses Israel, nicht seines Nächsten Weib befleckt, 16niemand
bedrückt, kein Pfand fordert, nichts mit Gewalt nimmt, sein Brot mit
dem Hungrigen teilt und den Nackten kleidet, 17seine Hand von Unrecht
zurückhält, nicht Zinsen noch Aufschlag nimmt, sondern meine Gebote
hält und nach meinen Gesetzen lebt: der soll nicht sterben um der
Schuld seines Vaters willen, sondern soll am Leben bleiben.

Braucht noch jemand eine Skizze fuer welche Begebenheiten der
Vergangenheit das den Bezug sarstellt?
Wohlgemerkt isch zitierte nicht das Parteibuch der NPD es war die Bibel
liebe Christen!

mfg_freelaoder


PS grad doch noch gefunden (zu Oben):

Deutschland gesamt Jahr 2003 2.129,20 MRD Euro
demzufolge 2004 2.165,39 MRD Euro

Zuwachs absolut: 36,19 MRD Euro
----------------------------------------------
http://www.statistik-portal.de/Statistik-Portal/de_jb27_jahrtab65.asp

----------------------------------------------

China zum Vergleich:

BIP 2003 1865,00 Mrd $ (/1,14) = 1.635,96 MRD ?
Steigerung 8-9% (in $) (8,5%)
BIP 2004 = 2023,53 MRD $ (/1,23) = 1.645,15 MRD ?

Zuwachs absolut: = 9,54 MRD ?
Kurs http://de.finance.yahoo.com/q?s=EURUSD=X&d=c&t=2y

Ich m?chte also daraus folgend gern mal wissen, welches Land
{absolut} eine h?here BIP Steigerung als Deutschland hat!

China, da? ja angeblich so toll und futuristisch und beispielgebend
ist, ist es jedenfalls nach diesen Quellen nicht!

Ich mutma?e mal, es gibt gar keins!

Gru? Imperator

(nebenbei sind wir auch noch Exportweltmeister, und erleiden im selben
Jahr auch noch den gr??ten Wohlstandsverlust innerhalb der OECD!)

((Die einen bewegen sich nach oben, die anderen nach unten.
Den groeten Wohlstansdverlust jedoch hat nach OECD Quelle allein
Deutschland zu tragen.

(Oesterreicher sind reicher geworden - Deutschland ist abgerutscht)

http://derstandard.at/?id=1915507

Fuer Gesamtdeutschland bedeutet diese Bilanz:
Folge der voellig in die Binsen gegangene Wiedervereinigungspolitik
(Seitenhieb Kohl!)
denn nur auf Westdt. focussiert schaut die Bilanz bei weitem nicht so
schlecht aus! Aber diese Unterscheidung pflegt die OECD, ebensowenig
wie die zwischen Nord-und Sueditalien))
BIP-Plus Quelle (China):
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2004/10/08.mondeText.artikel,a0014.idx,15
BIP - Plus Quelle (D):
http://portale.web.de/Finanzen/Konjunktur/?msg_id=5647632%3C/A%3E%3Cbr%3E%3C/font%3E%3C!--%20Ende%20BeitragsText%20--%3E%3C!--%20AnfangLinie%20--%3E%3Ccenter%3E%3Cp%3E%3CHR%3E%3C/p%3E%3C/center%3E%3C!--%20EndeLinie%20--%3E%3Cform%20method=POST%20action=
_***@arcor.de
2005-09-15 18:51:28 UTC
Permalink
in eigener Sache...
bitte die Fehler zu entschuldigen, wenn ich das so lese, ist ja
manchmal furchtbar - ich sollte mir zum schreiben vielleicht mehr
Zeit nehmen - aber woher, wenn nicht vorhanden...
Franz Eberl
2005-09-16 01:01:18 UTC
Permalink
Post by _***@arcor.de
in eigener Sache...
bitte die Fehler zu entschuldigen, wenn ich das so lese, ist ja
manchmal furchtbar - ich sollte mir zum schreiben vielleicht mehr
Zeit nehmen - aber woher, wenn nicht vorhanden...
Gute Beiträge liest man auch mit Fehlern gern! :-)

Beste Grüße
Franz
_***@arcor.de
2005-09-16 20:09:53 UTC
Permalink
Post by Franz Eberl
Gute Beiträge liest man auch mit Fehlern gern! :-)
____________________

Danke fuer die Blumen!

mfg_freeloader
Lars P. Wolschner
2005-09-15 11:02:20 UTC
Permalink
Post by _***@arcor.de
also, die Opec beweist, daß Kartelle WIN/WIN Situationen
entstehen lassen.
Kartelle dienen nun aber gerade dazu, WIN/LOOSE-Situation herbei-
zuführen. Sonst würde man sich den Aufwand sicher nicht antun.
Post by _***@arcor.de
Ich rege an fuer jeden erdenklichen Handel statt freier
Marktwirtschaft Kartelle das sagen haben zu lassen, mehr Geld
fuer alle bei viel weniger und dabei auch noch gerecht
aufgeteilter Arbeit fuer alle!
Naja, das haben wir hier doch schon weitgehend. Oder warum gibt es
für CDs beispielsweise eigentlich beinahe einheitliche Preisstufen?

CU
--
Lars P. Wolschner ***@nexgo.de
Bernardstraße 11b ***@gmx.de
D-63067 Offenbach am Main
Fon & Fax: +49 69 80068670 Mobil: +49 163 8122462 (eplus)
_***@arcor.de
2005-09-15 21:20:39 UTC
Permalink
für CDs beispielsweise eigentlich >beinahe einheitliche Preisstufen?
____________

und fuer Buecher auch, und deshalb kann man von Buechern leben und wer
keins kaufen kann bekommt trotzdem - ueber eine Bibliothek CD´s
uebrigens auch!
Lars P. Wolschner
2005-09-16 08:15:38 UTC
Permalink
Post by _***@arcor.de
für CDs beispielsweise eigentlich >beinahe einheitliche
Preisstufen?
____________
und fuer Buecher auch, und deshalb kann man von Buechern leben
Bei Büchern gibt es in Deutschland eine gesetzliche Bindung des
Buchhandels an den vom Verlag vorgegebenen Verkaufspreis. Das gibt es
bei den CDs nicht.

Als Zweck dieser Buchpreisbindung wird zwar vorgegeben, daß das den
Autoren dient, doch dann müßten eigentlich diese bereits den Ver-
lagen die Preise diktieren. Tatsächlich haben die Autoren nichts
davon. Obendrein kommt es zu solchen Ungerechtigkeiten, daß etwa die
Stundenten ihre Professoren subventionieren und das ziemlich üppig,
wenn man sich mal die Fachbuchpreise anschaut. Was kostet denn bei-
spielsweise heute ein Palandt (Kurzkommentar zum Bürgerlichen Recht,
wird von Jurstudenten benötigt) oder ein Dubbel (Tabellenwerk zum
Maschinenbau)?

CU
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Lars P. Wolschner ***@nexgo.de
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Helmut Blass
2005-09-16 14:31:20 UTC
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Post by Lars P. Wolschner
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Als Zweck dieser Buchpreisbindung wird zwar vorgegeben, daß das den
Autoren dient, doch dann müßten eigentlich diese bereits den Ver-
lagen die Preise diktieren. Tatsächlich haben die Autoren nichts
davon. Obendrein kommt es zu solchen Ungerechtigkeiten,
Ach ne, Du vertrittst doch doch sonst immer die Meinung, dass staatliche
Regulierung was Tolles und Notwendiges ist.
Oder ist das hier nur ein *neoliberaler* Ausrutscher?

HB
--
..wir finden im menschlichen Herzen auch einen verderbten Gleichheitstrieb,
der bewirkt, daß die Schwachen die Starken zu sich herunterziehen wollen und daß
die Menschen die Gleichheit in der Knechtschaft der Ungleichheit in der Freiheit
vorziehen.

Alexis de Tocqueville
Lars P. Wolschner
2005-09-17 09:18:58 UTC
Permalink
In article
Post by Lars P. Wolschner
Als Zweck dieser Buchpreisbindung wird zwar vorgegeben, daß das
den Autoren dient, doch dann müßten eigentlich diese bereits den
Verlagen die Preise diktieren. Tatsächlich haben die Autoren
nichts davon. Obendrein kommt es zu solchen Ungerechtigkeiten,
Ach ne, Du vertrittst doch doch sonst immer die Meinung, dass
staatliche Regulierung was Tolles und Notwendiges ist.
Nö, mitnichten. Ich glaube bloß nicht daran, daß die derzeitige
politische Führungselite fähig und willens zu einem fairen Abbau
dieser Regulierung ist. Da wird dann dem kleinen Mann der Schutz
entzogen, während beispielsweise die Pfründen der FDP-Klientel
bleiben. Das hat sich erst neulich wieder sehr schön gezeigt, als
jemand bei der Frage des Mindestlohns nach den Mindestlöhnen aka
Gebührenordnungen für Rechtsanwälte, Ärzte und Architekten zu
fragen wagte. Immerhin räumten die hiesigen Neoliberalen schon
einmal ein, daß diese Gebührenordnungen nicht liberal sind. Aber
wer das nicht mitbekommen hat, braucht sich ja nur Aufstieg und
Fall des parteilosen Fachmanns Paul Kirchhoff anzuschauen. Hier
wird ja oft beklagt, daß er politischer Laie sei, doch in einem
Punkt ist er den Politikern weit voraus: Bei den Ausnahmetatbe-
ständen kann es nur "alle oder keiner" heißen, alles andere ist
nicht vermittelbar und ermutigt Loppyismus. Den erfahrenen Poli-
tikern scheint dieser einfache Grundsatz völlig unbekannt zu sein -
wer versteht da jetzt mehr von Politik?

Der Neoliberale stolpert i.d.R. schon über seine eigenen Füße. Da
wird von Gemeinwohl geplappert, obwohl es sowas in einer neolibera-
len Welt gar nicht geben kann. Da redet man davon, daß man erstmal
etwas verdienen müsse, um verteilen zu können - sicherlich richtig,
doch sieht der Neoliberale das Verteilen ja grundsätzlich als
schädlich an, so daß er niemals wieder verteilen wird, egal wie
groß die Erfolge sind. Damit können die jetzt finanziell Erfolg-
losen gar kein Interesse am neoliberalen Erfolg haben, denn es wird
so oder so nichts für sie abfallen. Und viel anders sah das Leben
im Sozialismus auch nicht aus; in der DDR wären die Armen von New
Orleans allerdings besser weggekommen.
Aber wozu über Erfolge lamentieren, die es eh nicht gibt? In den
USA explodiert zwar die Armut, aber mehr als lächerliche 3,8%
Wachstum bringt das durch und durch korrupte System man nicht auf
die Reihe. Schlimmer noch: Der Untergang New Orleans zeigt, daß der
Neoliberalismus zivilisatorisch untragbar ist, er verwandelt Men-
schen sehr schnell in die Mitglieder urzeitlicher Stämme zurück.
Wer wie viele Konservative daran glaubt, daß Ballerspiele verrohen,
der kann doch den Wettbewerb des täglichen Lebens mit seiner schier
uferlosen Kriminalität davon nicht ausnehmen, zumal ja nicht nur
die Täter roh sind, sondern auch die Opfer roh werden.

Obendrein behaftet man sich noch mit diametral entgegengesetzten
Ideen wie dem "geistigen Eigentum", einem Monstrum an Regulation
und polizeistaatlichen Voraussetzungen. Das Rechtsgebiet der
gewerblichen Schutzrechte ist schon jetzt genauso unübersichtlich
wie das Steuerrecht, nur daß man sich etwa im Markenrecht noch
nicht einmal Rechtssicherheit verschaffen kann (Beispiel für
Interessierte: der Rechtsbegriff des Geschäftszeichens).

Es gibt wohl nicht wirklich Neoliberalismus; es gibt allenfalls
eine Marktreligion, die die Partikularinteressen des Großkapitals
ideologisch unterfüttern soll, damit man sich der Berücksichtigung
des Gemeinwohls ohne Argumentation entziehen kann. Vor diesem Hin-
tergrund erscheint mir die Politik von SPD oder Grünen zumindestens
gutwilliger, wenngleich nicht ohne Mißerfolge. Allerdings ist trotz
Schröderscher Trägheit in den letzten sieben Jahren mehr getan
worden als in den 16 Jahren Helmut Kohls und für ein Urteil über
die letzten beiden Legislaturperioden ist es noch reichlich früh.
Jedenfalls ist mir selten eine Wahlentscheidung so leicht gefallen
wie bei dieser Wahl.
Oder ist das hier nur ein *neoliberaler* Ausrutscher?
Ich gehe davon aus, daß ich in Relation zu wenigstens 75% der
Berliner Lobbyisten und der recht verstandenen FDP vollkommen
neoliberal bin. In Relation zur FDP aus der Werbung aber bin ich
wahrscheinlich Kommunist.

CU
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