Discussion:
Daten aus fünf Jahrzehnten ausgewertet - Hochwasser kommt zu anderen Zeitpunkten im Jahresverlauf
(zu alt für eine Antwort)
Fritz
2017-08-11 06:18:53 UTC
Permalink
Raw Message
<http://orf.at/stories/2402638/2402652/>
Zitat:
»Daten aus fünf Jahrzehnten ausgewertet
Hochwasser finden in Europa im Durchschnitt zu anderen Zeitpunkten im
Jahresverlauf statt, als das noch vor 50 Jahren der Fall war. Das ist
das Ergebnis einer im Fachblatt „Science“ präsentierten umfassenden
Auswertung der Daten von über 4.000 Messstationen aus ganz Europa
zwischen 1960 und 2010.
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Die Effekte des Klimawandels sind jedoch in verschiedenen Regionen sehr
unterschiedlich. Im Gegensatz zu früheren Studien, die sich auf die
Stärke und Häufigkeit von Hochwassern konzentriert hatten, ging das
zahlreiche Forscher umfassende internationale Team um Günter Blöschl vom
Institut für Wasserbau und Ingenieurhydrologie der Technischen
Universität (TU) Wien der Frage des Einflusses des Klimawandels auf die
europäischen Flüsse auf andere Art und Weise nach.«

»In langwieriger Kleinarbeit trug das durch einen hoch dotierten
„Advanced Grant“ des Europäischen Forschungsrates (ERC) unterstützte
Team zusammen mit rund 100 Forschungsinstitutionen die Messdaten aus 38
Ländern zusammen und konzentrierte sich auf die Zeitpunkte, zu denen
hohe Pegelstände auftraten.«

Ȇberflutungen treten seit jeher regional zu unterschiedlichen Zeiten
auf: So ist etwa in Nordwesteuropa, in England sowie im Mittelmeer-Raum
eher im Winter Hochwassersaison, weil dort dann die Verdunstung niedrig
ist und Niederschläge heftig ausfallen können.
In Österreich und dem Rest Mitteleuropas sind Hochwasser dagegen vor
allem nach starken Regenfällen nach Sommerstürmen häufig - wie sich auch
an den aktuellen Überflutungen von Tirol bis in die Steiermark ablesen
lässt. In Nordosteuropa wiederum ist die Schneeschmelze im Frühling der
Hauptfaktor für das Auftreten von Überflutungen. „Der Zeitpunkt von
Fluten ist also stark vom vorherrschenden Klima abhängig und damit ein
deutlich aussagekräftigerer Indikator für den Nachweis von Auswirkungen
des Klimawandels als deren Stärke“, sagte Blöschl.«

»Anders wiederum in England und Norddeutschland, wo Fluten heute im
Schnitt um rund zwei Wochen später auftreten. „Der Klimawandel ändert
den Luftdruckgradienten, das führt dort zu später auftretenden
Winterstürmen“, so der Studienleiter. An den Atlantikküsten Westeuropas
(etwa in Südengland und im Nordwesten Frankreichs) führt der Klimawandel
dazu, dass früher im Jahr der Boden keine zusätzliche Feuchtigkeit mehr
aufnehmen kann, was die Wahrscheinlichkeit einer Flut erhöht.«

<http://www.hydro.tuwien.ac.at/forschung/der-forschungsbereich-im-profil/>

Die publizierte Studie selbst:
Changing climate shifts timing of European floods
<http://science.sciencemag.org/content/357/6351/588.full>
<http://science.sciencemag.org/content/sci/357/6351/588.full.pdf>

Andere Presseartikel dazu:
<http://www.wissenschaft.de/home/-/journal_content/56/12054/19181309/Hochwasser-Zeiten-haben-sich-verschoben/>

<http://www.tagesspiegel.de/wissen/ueberschwemmungen-der-klimawandel-veraendert-hochwasser-europaweit/20174664.html>
--
Fritz
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El Loco
2017-08-11 12:38:08 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Fritz
Hochwasser finden in Europa im Durchschnitt zu anderen Zeitpunkten im
Jahresverlauf statt, als das noch vor 50 Jahren der Fall war.
Hauptsache, sie finden überhaupt statt!
Es geht eben nicht danach, wann wir die Hochwasser gerne hätten.

El Loco

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